# Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit Chemikaliensicherheit

- Link: https://blog.wirtz-elke.de/bundesministerium-fuer-umwelt-naturschutz-und-nukleare-sicherheit-chemikaliensicherheit/
- Veröffentlicht: 2020-11-30T15:02:56+01:00
- Autor: Elke Wirtz

### Pressedienst Nr. 217/20, 30. November 2020

## **Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Umweltbundesamt**

## Chemikaliensicherheit

## **750 Expertinnen und Experten diskutieren neue Forschung und Strategien zu PFAS⏎  _Internationale Fachkonferenz zu per- und polyfluorierten Stoffen_

**Heute beginnt die zweitägige Fachkonferenz „PFAS – Dealing with contaminants of
emerging concern“. Expertinnen und Experten aus Europa und von weltweit tauschen
sich online über den Umgang mit Umweltbelastungen durch per- und polyfluorierte 
Chemikalien (PFAS) aus. Wegen ihrer einzigartigen Eigenschaften werden die über 
5.000 Stoffe in verschiedensten Produkten wie Outdoor-Kleidung, Kochgeschirr, schmutzabweisenden
Teppichen oder Feuerlöschschäumen eingesetzt. Die Kehrseite des massiven Gebrauchs
von PFAS: Diese Chemikalien sind so stabil, dass sie sich in der Umwelt anreichern
und in die Nahrungskette gelangen können. Weltweit werden in Gewässern, Luft und
Böden PFAS nachgewiesen. Auch im Blutserum von Menschen können sie vorkommen und
gesundheitliche Effekte – insbesondere auf das Immunsystem – haben. Die EU und Deutschland
treiben daher die Forschung an PFAS sowie die Entwicklung von politischen Strategien,
rechtlichen Vorgaben und Sanierungstechniken voran. Die Veranstaltung findet im 
Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands statt.**

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Per- und polyfluorierte Stoffe sind weltweit
ein Problem, auch in Europa. Die Europäische Kommission hat in ihrer Chemikalienstrategie
ein Verbot von PFAS als ein wichtiges Ziel definiert. Künftig sollen in der EU keine
PFAS mehr in die Umwelt gelangen. Aktuell bereiten die deutschen Chemikalienbehörden
mit ihren europäischen Partnern ein Verbot aller PFAS vor, die gesellschaftlich 
nicht unabdingbar sind. Deutschland geht gemeinsam mit Dänemark, den Niederlanden,
Norwegen und Schweden voran. Um Wissenslücken zu PFAS zu schließen, brauchen wir
mehr Forschung und eine verstärkte Koordination der europaweiten Forschungsaktivitäten.“

Präsident des Umweltbundesamts Dr. Dirk Messner: „Das Wissen um die Besorgnis der
PFAS ist nicht neu, dennoch kennen wir bislang nur die Spitze des Eisberges. Während
die beiden bekanntesten PFAS-Verbindungen PFOS und PFOA gut erforscht und international
reguliert sind, ist dies für die meisten anderen der rund 5.000 PFAS nicht der Fall.
Deshalb beteiligt sich das Umweltbundesamt maßgeblich an den Bestrebungen, die Herstellung
und Verwendung von PFAS als gesamte Stoffgruppe europaweit zu beschränken. Wir sollten
nur noch die absolut notwendigen Verwendungen zu ermöglichen, bis auch dafür ein
Ersatz gefunden ist.“ Das UBA forscht, auch in europäischen Verbünden, um neue Erkenntnisse
zur Stoffgruppe zu gewinnen und um Maßnahmen zum Schutz der menschlichen Gesundheit
und der Ökosysteme abzuleiten. Dazu gehört das Monitoring der PFAS-Gehalte in Menschen
und Umwelt. „Aufgrund der Komplexität dieser Schadstoffgruppe ist eine umfangreiche
Ausweitung der Forschungsaktivitäten notwendig“, so Messner. Das Umweltbundesamt
hat vor Kurzem ein Schwerpunktheft zu PFAS veröffentlicht, das umfassend über den
Kenntnisstand informiert.

Im Fokus der Online-Konferenz „PFAS – Dealing with contaminants of emerging concern“
stehen aktuelle Entwicklungen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Politische
Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie hochrangige Forscherinnen
und Forscher aus 19 europäischen Ländern sowie Nordamerika, Australien und Asien
beteiligen sich an den Fachdiskussionen. Keynote-Speaker der internationalen PFAS-
Konferenz ist die US-amerikanische Chemikerin, Autorin und Umweltaktivistin Arlene
Blum. Sie ist Gründerin des Green Science Policy Institutes, dessen wissenschaftliche
Studien und politische Aktivitäten dazu beigetragen haben, die Verwendung einiger
gesundheitsschädigender Chemikalien in Alltagsprodukten zu verbieten. Neben Berichten
über die aktuellen Regelungen und Aktivitäten auf EU-Ebene, rückt die Konferenz 
Vorträge aus Europa und Australien in den Fokus, die ihre Strategien und Maßnahmen
im Umgang mit PFAS-Boden- und Grundwasserkontaminationen präsentieren. Außerdem 
werden Sanierungskonzepte und -techniken vorgestellt, sowie die kürzlich beim UBA
erschienene Handlungshilfe „Sanierungsmanagement für lokale und flächenhafte PFAS-
Kontaminationen“. Zwei Podiumsdiskussionen sollen den stakeholder-übergreifenden
Dialog unter den Beteiligten anregen und deren Standpunkte verdeutlichen. Sie beleuchten
dabei die Positionen und Erwartungen der Beteiligten, den politischen Umgang mit„
neuen“ Schadstoffgruppen und die Konsequenzen, die sich aus den gemachten Erfahrungen
mit der PFAS Gruppe für zukünftig aufkommende Schadstoffe ableiten lassen.

Regelmäßig werden neue PFAS-Kontaminationen in Böden und Grundwasser entdeckt und
immer mehr Studienergebnisse belegen, dass die PFAS, die aufgrund ihrer besonderen
wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften in einer Vielzahl von Alltagsprodukten
zum Einsatz kommen, eine ernste Gefährdung für die Umwelt darstellen. Mit PFAS belastete
Böden und Gewässer stellen ein Risiko für die menschliche Gesundheit dar, da PFAS
in Trinkwasser und Nahrung übergehen können. Vor zwei Jahren hat daher die Europäische
Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) den Schwellenwert für die zulässige wöchentliche
Aufnahmemenge (TWI) der wichtigsten PFAS drastisch – um das Tausendfache – gesenkt.
Vor kurzem wurde der Schwellenwert von ihr noch einmal reduziert.

Auf europäischer Ebene setzen sich auch Rat und Parlament für weitere regulatorische
Aktivitäten zu PFAS ein. Die Europäische Kommission hat im Oktober 2020 in ihrer
Chemikalienstrategie ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Regulierung der PFAS vorgestellt.
Zu den wichtigsten Initiativen der Strategie zählt die schrittweise Einstellung 
der Verwendung persistenter Stoffe wie Per- und Polyfluoralkylsubstanzen.

**Weiterführende Informationen**

[Livestream der Konferenz](https://www.bmu.de/presseverteiler/lt.php?tid=fUsDCw0DC1FWU0wGAgZVFQUBAFAeVQxSUE8JClxXAAEHBQpaDQ1PUANRUAcAVFEVU1UEAR4DVlcNTwAFUgkYWw0GUQALUFFWVgBTT1ZWBQwBVFYDHgRWWVZPDQBUBxgBAFUHFQkMUAcMU1RVBloCXA)

[Programmflyer](https://www.bmu.de/presseverteiler/lt.php?tid=fUsACF0HAgUDBUwLUVEGFQVUUVoeD1BRVU9dUQQGVFsAAlMBX1BPUANRUAcAVFEVU1UEAR4DVlcNTwAFUgkYWw0GUQALUFFWVgBTT1ZWBQwBVFYDHgRWWVZPDQBUBxgBAFUHFQkMUAcMU1RVBloCXA)

[Häufig gestellte Fragen zu PFAS](https://www.bmu.de/presseverteiler/lt.php?tid=fUtUWwkEAgcFUkxWA1oDFQUEBQMeVQEAAE8IUgRQB1wBBAUMClRPUANRUAcAVFEVU1UEAR4DVlcNTwAFUgkYWw0GUQALUFFWVgBTT1ZWBQwBVFYDHgRWWVZPDQBUBxgBAFUHFQkMUAcMU1RVBloCXA)

[PFAS-Infoportal des Umweltbundesamtes zu PFAS](https://www.bmu.de/presseverteiler/lt.php?tid=fUsGCVsMCwAMVkwGC1tRFQUFAAceVlIABU9bBAYIV1oGAgVdAVZPUANRUAcAVFEVU1UEAR4DVlcNTwAFUgkYWw0GUQALUFFWVgBTT1ZWBQwBVFYDHgRWWVZPDQBUBxgBAFUHFQkMUAcMU1RVBloCXA)

[PFAS. Gekommen, um zu bleiben, UBA Schwerpunkt 01/2020](https://www.bmu.de/presseverteiler/lt.php?tid=fUsHDVhQBVIAVkwAVwdVFQUGAAYeDwIEVU9fV1QCBgoNVgIBCgFPUANRUAcAVFEVU1UEAR4DVlcNTwAFUgkYWw0GUQALUFFWVgBTT1ZWBQwBVFYDHgRWWVZPDQBUBxgBAFUHFQkMUAcMU1RVBloCXA)

[Sanierungsmanagement für lokale und flächenhafte PFAS-Kontaminationen –](https://www.bmu.de/presseverteiler/lt.php?tid=fUsKCFgACwdRVUwEVgIGFQUHVlIeDwVSDE8JBlZTDF0CAwoICQdPUANRUAcAVFEVU1UEAR4DVlcNTwAFUgkYWw0GUQALUFFWVgBTT1ZWBQwBVFYDHgRWWVZPDQBUBxgBAFUHFQkMUAcMU1RVBloCXA)

[Leitfaden zur PFC-Sanierung in Böden und Grundwasser](https://www.bmu.de/presseverteiler/lt.php?tid=fUsEDVtWBFdSVkwCCgYFFQVSCwEeVQUFDU8LBlxVUAgDAApdXQxPUANRUAcAVFEVU1UEAR4DVlcNTwAFUgkYWw0GUQALUFFWVgBTT1ZWBQwBVFYDHgRWWVZPDQBUBxgBAFUHFQkMUAcMU1RVBloCXA)

[EU-Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit (EU-Kommission)](https://www.bmu.de/presseverteiler/lt.php?tid=fUsKD10MVgAEBkwEAAICFQUEBwAeD1BTAU8KUQRXDV9WVVEODwVPUANRUAcAVFEVU1UEAR4DVlcNTwAFUgkYWw0GUQALUFFWVgBTT1ZWBQwBVFYDHgRWWVZPDQBUBxgBAFUHFQkMUAcMU1RVBloCXA)

[PFAS in Lebensmitteln: Risikobewertung und Festlegung einer tolerierbaren Aufnahmemenge durch die EFSA – (Studie 07/2020)](https://www.bmu.de/presseverteiler/lt.php?tid=fUsFXltWVVcNU0wDBVJVFQVWAFQeDlZWA09dB1JUVFhRBVNZWwZPUANRUAcAVFEVU1UEAR4DVlcNTwAFUgkYWw0GUQALUFFWVgBTT1ZWBQwBVFYDHgRWWVZPDQBUBxgBAFUHFQkMUAcMU1RVBloCXA)

_Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit_

_Stresemannstr. 128-130, 10117 Berlin >_ Redaktion: Regine Zylka (verantwortlich),
Nikolai Fichtner, Stephan Gabriel Haufe, Andreas Kübler, Astrid Scharf, Christopher
Stolzenberg und Bastian Zimmermann Telefon: 030 18 305-2010 E-Mail: [presse@bmu.bund.de](https://blog.wirtz-elke.de/bundesministerium-fuer-umwelt-naturschutz-und-nukleare-sicherheit-chemikaliensicherheit/presse@bmu.bund.de)
Internet: [www.bmu.de/presse](https://www.bmu.de/presseverteiler/lt.php?tid=fUsDCAkEBAJRBkxVAltUFQVVUlUeVQEDUU8LB1VQUw0BDwNZCAJPUANRUAcAVFEVU1UEAR4DVlcNTwAFUgkYWw0GUQALUFFWVgBTT1ZWBQwBVFYDHgRWWVZPDQBUBxgBAFUHFQkMUAcMU1RVBloCXA)
Twitter: [www.twitter.com/bmu](https://www.bmu.de/presseverteiler/lt.php?tid=fUsBWggDBVVSB0xSA1oGFQUFVlUeVgxRBk8LBFAGDVgCVVMNDlBPUANRUAcAVFEVU1UEAR4DVlcNTwAFUgkYWw0GUQALUFFWVgBTT1ZWBQwBVFYDHgRWWVZPDQBUBxgBAFUHFQkMUAcMU1RVBloCXA)
Youtube: [www.youtube.com/umweltministerium](https://www.bmu.de/presseverteiler/lt.php?tid=fUsECVoCCwcHAkxQBQFSFQUGA1seDgBTBU9cBVNVDV8BUQIBCAxPUANRUAcAVFEVU1UEAR4DVlcNTwAFUgkYWw0GUQALUFFWVgBTT1ZWBQwBVFYDHgRWWVZPDQBUBxgBAFUHFQkMUAcMU1RVBloCXA)———————————————————————————-

 
