# Aachen City Umgestaltung vom Büchel News 12.07.2017

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- Veröffentlicht: 2017-07-12T14:14:12+02:00
- Autor: Elke Wirtz

# Viel Bewegung am Büchel

**Neues Altstadtquartier**

 * **Rege Diskussion: Gut 80 Bürgerinnen und Bürger besuchen Infoabend der Stadt
   in der Citykirche.**
 * **Planungsdezernent Werner Wingenfeld: „Das Projekt ist von überragender Bedeutung
   für die Stadt Aachen.“**
 * **Noch bis zum 14. Juli können konkrete Anregungen, Fragen und Kritik bei der
   Verwaltung eingereicht werden.**

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 Gut 80 Bürgerinnen und Bürger kamen in die Citykirche, um
am Infoabend zum geplanten Altstadtquartier Büchel teilzunehmen. © Stadt Aachen /
Stefan Herrmann

Auch wenn es bei einem Spaziergang durch das Viertel aktuell vielleicht nicht den
Anschein erweckt: Im Büchel ist derzeit jede Menge Bewegung drin. Denn dort zwischen
Kleinkölnstraße, Großkölnstraße, Mefferdatisstraße und Büchel sollen  insgesamt 
vier Baublöcke mit einem hohen Anteil an Wohnbebauung entstehen, ebenso sind attraktive
Plätze, neue Wegeverbindungen und ein ausgewogener Mix aus Flächen für Gastronomie,
Büros und Gewerbe im neuen Altstadtquartier vorgesehen.

**Lange Vorgeschichte**
 Die Stadt durfte am Montag gut 80 interessierte Bürgerinnen
und Bürger in der Citykirche zu einem Informationsabend begrüßen. In der rund zweistündigen
Veranstaltung stellten die Experten des Planungsdezernats den aktuellen Stand der
Dinge vor. Baurat Werner Wingenfeld betonte gleich zu Beginn: „Das Projekt ist von
überragender Bedeutung für die Stadt Aachen.“ Man befinde sich derzeit in einem 
intensiven Abwägungsprozess. „Und dieser wird ergebnisoffen geführt“, versicherte
Aachens Planungsdezernent, der gemeinsam mit Niels-Christian Schaffert (Fachbereichsleiter
Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen / FB 61) und Heike Ohlmann (Stadtplanerin im
FB 61) die Anwesenden über die lange Vorgeschichte des Büchels und die aktuelle 
Situation samt Vorstellungen für die Zukunft informierte.    „Wir wollen einen tragfähigen
Kompromiss finden“, führte Wingenfeld weiter aus. Und da sei eine frühe Bürgerbeteiligung
wie nun im Fall Büchel hilfreich, um Bedenken und Kritikpunkte ebenso wie Anregungen
aller betroffenen und beteiligten Akteure in die weiteren Planungsprozesse so gut
wie möglich einzubinden. Erste Überlegungen, die bauliche Situation am Büchel zu
verändern, kamen bereits in den 1980er Jahren hoch. Der Abriss des Parkhauses wurde
schon damals thematisiert. Nach mehreren Eigentümerwechseln und ersten Planspielen
wurde es erst ab 2014 wieder konkret. Ein Städtebauwettbewerb wurde von der Politik
angestoßen, aus dem 2015 das renommierte Büro Chapman Taylor als Sieger hervorging.
Seitdem werden weitere Schritte stetig vorangetrieben. Zuletzt hat der Planungsausschuss
am 18. Mai 2017 das Programm für das Altstadtquartier Büchel  festgelegt. Ein wichtiger
Punkt: die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit.   **Ein Bordell im östlichen
Teil der Antoniusstraße** Und die hatte vor allem zu einem Thema viele Fragen: die
geplante Umstrukturierung der Bordellnutzung in der Antoniusstraße. Der Entwurf 
von Chapman Taylor sieht vor, dass die Bordelle entlang des „Sträßchens“ in einem
Gebäude im östlichen Teil der Antoniusstraße gebündelt werden sollen. Der Zugang
zum Bordell soll ausschließlich über die Mefferdatisstraße möglich sein, der westliche
Teil der Antoniusstraße soll in Zukunft durch eine noch nicht näher ausgearbeitete
bauliche Lösung vom Bordell getrennt entwickelt werden und einen Mix aus Wohnen,
Büros und Einzelhandel bieten. Die Diskussion „Verbleib des Rotlichtbezirks versus
Auslagerung in einen Außenbereich der Stadt“ bewegt dabei offensichtlich viele Bürgerinnen
und Bürger in Aachen, entsprechend vielfältig waren die Fragen dazu am Montagabend.
Die Politik hat sich jüngst mit einer großen Mehrheit im Rat der Stadt gegen eine
Verlagerung des Bordells ausgesprochen. Als Gründe hierfür wurden unter anderem 
genannt: die Sicherheit der Prostituierten, bessere Arbeitsbedingungen / keine Abschottung,
eine bessere soziale Kontrolle und ein besserer Schutz vor Ausbeutung durch Rockerbanden.

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 Standen Rede und Antwort: (v.r.) Planungsdezernent Werner
Wingenfeld, Fachbereichsleiter Niels-Christian Schaffert und Stadtplanerin Heike
Ohlmann. © Stadt Aachen / Stefan Herrmann   **Abriss des Parkhauses**  Das übergeordnete
Ziel für das Altstadtquartier Büchel lautet: Das Viertel soll zu einem vollwertigen
Teil der Aachener Innenstadt werden. Dafür sollen alle Straßen im Plangebiet in 
Fußgängerzonen umgewandelt werden. Nur Anlieger dürfen somit in Zukunft mit dem 
Auto in das Quartier fahren. Das Parkhaus mit 445 Stellplätzen soll abgerissen werden.
Unter den neuen Baublöcken sind Stellplätze in Tiefgaragen geplant, die lediglich
Bewohnern, Geschäftsinhabern und -mitarbeitern zur Verfügung stehen. Plätze für 
Kurzparker sind am Büchel nicht mehr vorgesehen.   Darüber hinaus soll sich die 
noch erhaltene mittelalterliche Straßenführung auch im neugestalteten Altstadtquartier
wiederfinden. Die Planer legen großen Wert darauf, dass Dom und Rathaus an geeigneten
Stellen von öffentlichen Plätzen aus zu sehen sind. Viele einzelne kleinere Gebäude
charakterisieren das Viertel bisher. Diese „Parzellierung“ soll in den Fassaden 
der Neubauten sichtbar sein. Und auch die Höhen der Gebäude, so die Vorgaben der
Politik, müssen sich in das Gesamtbild einfügen. „Wir wollen nicht, dass alle Gebäude
exakt gleich groß und hoch sind, dass alle die gleiche Dachfarbe habe“, sagte Heike
Ohlmann. Ein vielfältiger, abwechslungsreicher und zugleich stimmiger Mix soll her.
Daher werden die Planer sich an den Maßstäben vor Ort orientieren müssen, zum Beispiel
am Altbau des Aquis-Grana-Hotels. Die so genannten Traufhöhen dieser alten Gebäude–
darunter beispielsweise auch das sogenannte „Red House“ am unteren Büchel direkt
neben dem Parkhaus – geben vor, wie hoch die Neubauten im Quartier werden dürfen.**
Das Thema Wasser sichtbar machen** Generell soll der Büchel mit einem gesunden Nutzungsmix
punkten. Für das urbane Wohnen sind 50 bis 60 Prozent der Gesamt-Bruttogeschossfläche
vorgesehen (davon 20 bis 40 Prozent geförderter Wohnungsbau). Das Thema Thermalwasser–
gleich zwei der sieben Aachener Quellen liegen direkt am Büchel – soll wieder für
die Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden. Und auch mit vielen größeren und kleineren
grünen Oasen möchte man mitten in der City punkten. Es wird mit einem Begrünungsanteil
von 15 bis 30 Prozent geplant.   **Die kommenden Schritte** „Wir befinden uns am
Anfang des Verfahrens“, betonte Niels-Christian Schaffert beim Infoabend. Nach der
frühen Beteiligung der Öffentlichkeit im Rahmen der sogenannten Vorentwurfsplanung
wird es noch einmal eine weitere Auslegung im Rahmen der Entwurfsplanung geben. 
Anschließend beraten der Planungsausschuss und die Bezirksvertretung das Ergebnis
der öffentlichen Auslegung. Schließlich wird der Rat der Stadt Aachen nach Abwägung
der öffentlichen und privaten Belange den „Bebauungsplan Nr. 999 – Antoniusstraße/
Mefferdatisstraße“ als Satzung beschließen. Mit der unmittelbar folgenden öffentlichen
Bekanntmachung des Satzungsbeschlusses wird der Bebauungsplan rechtskräftig. Solch
ein Verfahren dauert in der Regel zwei Jahre. Aufgrund der Komplexität des Projekts
Büchel kann zum jetzigen Zeitpunkt aber noch keine konkrete Zeitschiene benannt 
werden. „Das wäre unseriös“, sagte Schaffert.     In einem Qualitätssicherungsverfahren
sollen nun Hochbauwettbewerbe ausgerufen werden, an denen sich Architekturbüros 
beteiligen können. Der erste Wettbewerb soll sich mit dem Südwestblock (dem heutigen
Parkhaus) befassen. Begleitet wird das Verfahren wie schon der Städtebauwettbewerb
von Prof. Christa Reicher und Prof. Carl Fingerhuth. Zwei Sonderfälle gibt es: Das
zentrale Bordell soll in einem 1. Bauabschnitt realisiert werden. Hierfür ist kein
gesonderter Wettbewerb vorgesehen. Und für die geplante „Unterbrechung“ der Antoniusstraße
wird kein spezielles Planungsverfahren aufgelegt.   Der Tenor des Abends bei vielen
Beteiligten lautete: Es ist wichtig, wenn die „Wunde“ in der historischen Innenstadt
so schnell wie möglich geschlossen wird. Dabei sei der Blick auf das ganze Gebiet
unerlässlich. Denn nur der gebe eine Vision davon, wie sich das Altstadtquartier
Büchel entwickeln kann.     Weitere Infos:   Die Planungsverwaltung beteiligt die
Öffentlichkeit an der Bauleitplanung und stellt ihre Überlegungen zum „Bebauungsplan
Nr. 999 – Antoniusstraße / Mefferdatisstraße“  noch bis Freitag, 14. Juli, im Foyer
des Verwaltungsgebäudes am Marschiertor, Lagerhausstraße 20, aus.    Weitere Infos
finden Sie im Internet unter [www.aachen.de/bauleitplanung](http://www.aachen.de/bauleitplanung)
und [www.aachen.de/buechel](http://www.aachen.de/buechel).

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 Bürgerbeteiligung weiterhin möglich: Wer den Infoabend verpasst
hat, kann die Unterlagen zum Büchel noch bis zum 14. Juli im Verwaltungsgebäude 
Marschiertor einsehen und sich dazu äußern. © Stadt Aachen / Stefan Herrmann

Herausgegeben am 11.07.2017 von:

Stadt Aachen
 Fachbereich Presse und Marketing Bernd Büttgens Markt 39 52062 Aachen
fon: 0241/432-1309 fax: 0241/28-121

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